Donnerstag, September 09, 2010
   
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Antarktis: Gigantischer Eisberg prallte auf Schelfeiskante

Eisberg B15 im Januar 2001 (Satellitenaufnahme) Abbruchkante des Ross Schelfeises Ein Eisberg mit der wissenschaftliche Bezeichnung „B15-K“ prallte am 11. Februar um 16:42 Uhr (UTC) mit der Schelfeiskante des Ekström-Schelfeises an der Atka-Bucht der Antarktis zusammen, etwa zehn Kilometer entfernt von der Forschungsstation Neumayer III des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft. Dadurch entstand ein etwa zwei Kilometer langer Riss. Wissenschaftler des Insituts nutzten den ungewöhnlichen Vorgang zur Aufzeichnung umfangreicher Daten, die durch die Beobachtung gewonnen werden konnten. Die Daten können Aufschlüsse zur Mechanik des Eises und der Rissausbreitung im Schelfeis liefern. Mit Hilfe des deutschen Satelliten TerraSAR-X gelangen hochauflösende Aufnahmen vom Moment des Zusammenstoßes. Dabei handelte es sich in Wirklichkeit um mehrere aufeinander folgende Zusammenstöße, deren Wucht laut Alfred-Wegener-Institut jeweils mit einer Sprengstoffmenge zwischen rund fünf und zehn Tonnen vergleichbar ist. Das akustische Observatorium PALAOA zeichnete den durch das Ereignis ausgelösten gewaltigen Unterwasserlärm auf. Durch die Wucht des Aufpralls des 45 Milliarden Tonnen schweren Eisbergs wurde ein 300 Meter breites und 700 Meter langes Stück Schelfeis herausgebrochen, das nun durch den Südlichen Ozean treibt. Der Eisberg B15-K, der die Kollision auslöste, ist nach Angaben des Alfred-Wegener-Instituts ungefähr 54 Kilometer lang und fünf Kilometer breit. Er besitzt eine Dicke von etwa 200 Metern. B15-K ist ein Bruchstück des ursprünglich 11.000 Quadratkilometer großen Eisbergs B15, der sich im März 2000 vom Ross-Schelfeis gelöst hatte.

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