Donnerstag, September 09, 2010
   
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Griechenland-Krise löst Spekulationswelle gegen den Euro aus

Eurozone Medien berichten über eine mögliche Spekulationswelle gegen den Euro, der durch die hohe Staatsverschuldung Griechenlands ausgelöst worden sei. Im Vergleich zum Jahresbeginn verlor der Euro bereits etwa zehn Prozent an Wert. Im Vergleich zum Dezember fiel der Euro von 1,51 US-Dollar auf zuletzt 1,35 bis 1,36 US-Dollar. Ursache dieser Entwicklung der Devisenmärkte ist die Kalkulation, dass Griechenland möglicherweise vor einem Staatsbankrott stehe und dadurch die Gemeinschaftswährung der Europäischen Union in eine Krise geraten könnte. Griechenland versucht mit einem drastischen Sparprogramm das Rekordstaatsdefizit von 12,7 Prozent abzubauen. Dadurch steigen die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen. Griechenland muss im laufenden Haushaltsjahr 50 Milliarden Euro umfinanzieren, das heißt alte Staatsanleihen ablösen und neue aufnehmen. Die Financial Times Deutschland berichtet auf ihrer Internetseite über ein Geheimtreffen von Hedgefonds-Managern in New York. Bei einem Treffen am 8. Februar sollen nach Angaben der Zeitung Vertreter von S.A.C. Capital, Soros Fund Management und Brigade Capital Strategien beraten haben, wie sie von der Finanzkrise im Euro-Raum profitieren könnten. Dazu passt eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters, wonach die US-Kontrollbehörde CFTC ein Rekordhoch bei Kontrakten festgestellt habe, die eine Wette auf einen fallenden Eurokurs beinhalteten. Inzwischen zeigten sich laut Reuters bereits Anzeichen der Beunruhigung über die Euro-Krise bei der US-Regierung. Am Freitag wandte sich diesbezüglich US-Präsident Barack Obama per Videokonferenz an die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und den britischen Premierminister Gordon Brown. Zu weiteren Gesprächen wird der griechische Ministerpräsident Georgios Papandreou am kommenden Freitag nach Berlin kommen. Am 9. März ist ein Treffen Papandreous mit Obama geplant. Unterdessen halten sich Gerüchte, europäische Staaten und die USA bereiteten Stützungsmaßnahmen für den Euro beziehungsweise für die Gewährung weiteren Kredite an Griechenland vor, um das Eintreten des schlimmsten Falls zu verhindern: den Staatsbankrott Griechenlands. Eine Bestätigung für solche Pläne von Regierungsseite gab es bisher nicht. Der Regierungssprecher der deutschen Bundesregierung äußerte sich dazu nur vage: „Wir beraten über alles Mögliche.“ Spekulationen dieser Art, halbherzige Dementis und eine allgemeine Unsicherheit über tatsächlich beabsichtigte Hilfen für Griechenland verstärken die Unsicherheiten auf den Finanzmärkten weiter.

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